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Teil 1 – Von Xi’an bis zur Wüste Gobi

Ich war für Sie unterwegs – auf der alten Seidenstraße in China

Manche Reisen beginnen mit einem Flug. Andere beginnen mit dem Gefühl, dass gleich etwas Großes passiert. Mein China-Aufenthalt gehörte von der ersten Minute an zur zweiten Sorte. Genau deshalb möchte ich Sie auf diesem Weg mitnehmen.
 
Am 20. April bin ich mit China Eastern von Wien nach Xi’an geflogen. Mein erstes Mal China. Was mich in den nächsten Tagen erwartet hat, war eine Reise an den Rand der Wüste Gobi, entlang der ehemaligen Seidenstraße. Eine Welt, von der man als Europäer kaum eine Vorstellung hat, bis man selbst dort steht.

Der Flug: Aufmerksamer Service über zehn Stunden

Der Direktflug nach Xi’an war angenehm und der Service besonders aufmerksam. Die Crew war freundlich und sehr bemüht. Wer fliegt, sollte wissen: Bei der kulinarischen Auswahl darf man eine asiatische Linie erwarten, beim Unterhaltungsprogramm sind die europäischen Filme noch ausbaufähig. Mein Tipp für die Reise: ein gutes Buch oder die eigene Lieblingsserie auf dem Tablet. Dann genießt man den Flug entspannt.

Ankunft in Xi'an: Ein Flughafen wie eine eigene Stadt

Xi’an Xianyang ist riesig. Drei Stockwerke, weite Wege, fünfzehn Minuten Busfahrt vom Flugzeug zur Immigration im Terminal 5. Wer in China einreist, durchläuft eine moderne automatisierte Registrierung. Foto, Pass, Einreiseformular, alle zehn Fingerabdrücke. Man fühlt sich tatsächlich gut behütet.
Mein Tipp für alle, die einen Anschlussflug haben: Bitte zwei bis drei Stunden Umsteigezeit einplanen. Die Distanzen sind beachtlich, und die Orientierung braucht beim ersten Mal etwas Zeit.

Das erste Mittagessen: So schmeckt China wirklich

Von Xi’an ging es weiter nach Jiayuguan, am Rande der Wüste Gobi. Schon beim Anflug öffnet sich eine Landschaft, die man so nicht erwartet. Endlose Weite, Bergketten in der Ferne, dazwischen die Wüste. Genau dort, wo einst die Seidenstraße verlief.
An Bord war ich der einzige Nicht-Chinese. Ein Gang durch die Kabine zeigt etwas, das mich tief beeindruckt hat. So viele unterschiedliche Gesichter. In der Provinz Gansu leben dreißig verschiedene Volksgruppen. Diese Vielfalt sieht man, sobald man genauer hinschaut. Eine Lektion in chinesischer Geschichte, noch bevor man gelandet ist.
 
Der Flughafen in Jiayuguan wurde neu ausgebaut und ist erst seit März wieder in Betrieb. Man spürt: Die Region öffnet sich für Reisende, die abseits der bekannten Pfade unterwegs sein möchten.

Die Gräber der Jin- und Wei-Dynastie: 1.800 Jahre Geschichte

Nach der Ankunft ging es direkt in ein traditionelles Restaurant. Und hier passierte etwas, das ich so nicht erwartet hatte. Eine runde Tafel mit einem drehbaren Aufsatz in der Mitte. Langsam kommt eine Speise nach der anderen vor einem in Bewegung. Alles duftet betörend, und es schmeckt einfach fantastisch.
 
Meeresfrüchte, Lamm, Huhn, Gemüse, Obst, Buchweizentee, hausgemachte Nudeln. Eine Vielfalt, die man in Europa so nicht kennt. Das ist chinesische Küche auf authentische Weise, weit entfernt von jedem Klischee. Wer die echte Esskultur erleben möchte, findet sie hier.

Mein erster Eindruck von China

Nach einer kurzen Erholungspause im Hotel ging es zwanzig Busminuten hinaus in die Wüste Gobi. Zu den berühmten Gräbern der Jin- und Wei-Dynastie aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus.
 
Ein Schaugrab eines hohen Beamten wurde aufwendig restauriert und ist heute zugänglich. Etwa fünfzehn Meter unter der Oberfläche, drei Kammern, ein eigener Mikrokosmos. Die Wände sind mit reichen Bildmalereien auf den Ziegeln gestaltet. Sie zeigen Alltagsgeschichten aus einer Zeit, die uns heute kaum vorstellbar ist. Frauen beim Backen, Männer auf der Jagd, Bankette, Tänze. Geschichte zum Anfassen.
 
In der Region werden noch rund 3.000 weitere Gräber vermutet. Die meisten sind aus Schutzgründen für Besucher nicht zugänglich. Man kann sie jedoch auf hochwertigen Ablichtungen betrachten. Allein dieser Gedanke beeindruckt: Hier liegt eine Welt unter unseren Füßen, die noch lange Generationen von Forschern beschäftigen wird.

In den nächsten Tagen geht die Reise weiter

China überrascht. Das ist mein wichtigster Gedanke nach diesem ersten Tag. Die Distanzen sind anders. Die Esskultur ist anders. Die Geschichte reicht so viel tiefer, als man es aus europäischer Sicht gewohnt ist. Und die Menschen begegnen einem mit einer freundlichen Neugier, die ansteckend ist.
 
Wer China bereisen möchte, sollte sich gut vorbereiten. Visum, Inlandsflüge, Routenplanung, kulturelle Besonderheiten. Vieles davon ist in Eigenregie möglich. Vieles geht aber sehr viel entspannter, wenn man jemanden hat, der es schon einmal gemacht hat.

Sie möchten selbst nach China reisen?

Sie überlegen, eine Fernreise nach China zu unternehmen? Vielleicht entlang der Seidenstraße oder mit Fokus auf bekannte Höhepunkte wie Peking, Xi’an und die Terrakotta-Armee? Dann lade ich Sie zu einem persönlichen Gespräch ein.
 
Ich teile gerne meine eigenen Erfahrungen mit Ihnen. Ich erzähle Ihnen, worauf es bei der Routenwahl ankommt, welche Reisezeit ich empfehle und wie Sie eine solche Reise so vorbereiten, dass Sie sie wirklich genießen können.
 
Kommen Sie gerne auf einen Kaffee in unser Büro in Marchtrenk vorbei oder rufen Sie mich an. Ich freue mich auf Sie.
 
Ihr Klaus Wurmhöringer, Reisecenter Marchtrenk

Teil 2 – Von der Großen Mauer bis zur Terrakotta-Armee

Im ersten Teil meines Reiseberichts habe ich Sie mitgenommen nach Jiayuguan, an den Rand der Wüste Gobi. Dort, wo die endlose Weite beginnt, wo 1.800 Jahre alte Gräber unter dem Wüstensand liegen und wo die chinesische Küche mich vom ersten Bissen an überrascht hat. Jetzt geht die Reise weiter – und sie wird noch beeindruckender.

Die Große Mauer: Ganz anders als erwartet

Wenn man an die Große Mauer denkt, hat man sofort die Bilder aus Peking im Kopf. Breite Steinwege, Menschenmassen, Souvenirshops. Was mich in Jiayuguan erwartet hat, war das genaue Gegenteil.

Hier, am westlichsten Punkt der Mauer, steht die Festung Jia Yu Guan – ein gewaltiges Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert, erbaut während der Ming-Dynastie. Man betritt die Anlage und fühlt sich sofort zurückversetzt in eine andere Zeit. Die Mauer selbst ist an dieser Stelle viel schmäler als bei Peking und besteht großteils aus gestampftem Lehm mit Stroh. Hart wie Stein, aber mit einer ganz anderen Anmutung. Die Festung selbst wurde aus gebrannten Ziegeln errichtet und thront über der Landschaft wie ein stiller Wächter am Tor zur Wüste.

Wenige Kilometer weiter kletterten wir zur „Overhanging Great Wall“ – einem Mauerabschnitt, der steil an den Bergkämmen entlangführt. 495 Stufen bis zum höchsten Wachhaus. Oben angekommen verschlägt es einem den Atem, nicht nur wegen der Anstrengung, sondern wegen des Blicks über diese unglaubliche Landschaft. Was hier vor Jahrhunderten allein von Menschenhand geleistet wurde, ohne Maschinen, ohne Straßen, jedes Stück Baumaterial über steile Grate geschleppt – das muss man selbst erleben, um es zu begreifen.

300 Kilometer durch die Wüste Gobi

Die Fahrt von Jiayuguan nach Dunhuang führt dreihundert Kilometer durch die Gobi. Eine Steinwüste, karg und unfruchtbar, durchbrochen von riesigen Windparks, die den ständigen Wüstenwind einfangen und in Chinas Großstädte weiterleiten. Stundenlang nichts als Weite. Und dann, wie aus dem Nichts: Dunhuang.

Diese Stadt war einst ein Knotenpunkt der alten Seidenstraße. Hier kreuzten sich die Handelswege zwischen Ost und West. Der kulturelle Austausch, der hier über Jahrhunderte stattfand, ist bis heute spürbar – griechische Einflüsse neben indischen, kasachische neben chinesischen. Die Seidenstraße existiert seit 191 vor Christus. Damals entsandte der Kaiser einen Beamten nach Westen, um den Warenverkehr zu regeln und eine Art frühe Handelspässe auszustellen.

Die Mogao-Grotten: Ein Wunder über zehn Jahrhunderte

Von allen Orten dieser Reise haben mich die Mogao-Grotten am tiefsten berührt. Im Besucherzentrum bereiten zwei Filme auf die Besichtigung vor – ein historischer Spielfilm über die Entstehung der Region und ein beeindruckender 3D-Film, der die Buddha-Statuen und Höhlenmalereien in einer Weise zeigt, die man vor Ort in der Dunkelheit der Grotten so nicht sehen kann.

Die Höhlen wurden über zehn Jahrhunderte und sechs Dynastien angelegt, vom 4. bis zum 14. Jahrhundert. Wohlhabende Familien stifteten sie, und jede Höhle erzählt ihre eigene Geschichte. 2.415 Buddha-Figuren befinden sich hier, darunter ein liegender Buddha von 26 Metern und ein großer Buddha von 36 Metern Höhe. Die Wandmalereien wurden teilweise bis zu viermal übermalt – ein Palimpsest der Kulturen, Schicht für Schicht.

Die Figuren bestehen aus Holz, Lehm und Stroh. Die Stile reichen von griechisch beeinflusst über indisch und kasachisch bis zu den verschiedenen chinesischen Dynastien. Hier steht man vor dem sichtbaren Beweis, dass die Seidenstraße weit mehr war als eine Handelsroute. Sie war eine Brücke zwischen den Kulturen.

Der Mondsichelsee: Eine Oase in der Sandwüste

Am Nachmittag fuhren wir zum Geopark Yadan, wo sich der berühmte Mondsichelsee befindet. Inmitten der Mingsha-Berge – Sandbergen, die sich über fünfzig Kilometer von Ost nach West erstrecken – liegt dieser sichelförmige See, gespeist vom Grundwasser zweier naher Flüsse. Um ihn zu schützen, wurden zwölf umliegende Brunnen gesperrt. So entstand ein Mikroklima, ein kleines Vogelparadies mitten in der Wüste.

Die Dünen sind etwa 130 Meter hoch. Die Besteigung bei 27 Grad verlangt durchaus eine gewisse Grundkondition – aber der Blick von oben belohnt jeden einzelnen Schritt. Abends besuchten wir eine Tanzshow, die die Geschichte dieser Region durch Musik und Bewegung erzählt. Ein würdiger Ausklang für einen unvergesslichen Tag.

Der Jade-Tor-Pass und der Yadan-Geopark

Am nächsten Tag ging es zum Yumen-Pass, dem historischen Jade-Tor-Pass. Vor rund 2.100 Jahren war dies eine der wichtigsten Festungen entlang der Seidenstraße – genauer gesagt der „Jadestraße“, über die das kostbare Mineral aus der heutigen Uiguren-Region nach Zentral- und Südchina transportiert wurde.

Von der Festung steht heute nur mehr eine Ruine, die als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt ist. Die Große Mauer aus Lehm ist an einigen Stellen noch erstaunlich gut erhalten. Die strategische Lage leuchtet sofort ein: Berge, dann der Fluss, dann die Mauer, und davor in früheren Zeiten ein Sumpfgebiet. Mehrere natürliche Verteidigungslinien, klug gewählt vor über zwei Jahrtausenden.

Weiter ging es in den Yadan-Geopark, 158 Kilometer von Dunhuang entfernt. Vor zwei Millionen Jahren stand hier ein großer Wald. Durch die Tektonik der indischen Platte wurde das Gebiet angehoben, das Wasser verschwand. Wind und Erosion formten Zehntausende bizarre Sand- und Schiefersteingebilde – darunter die berühmte „Sphinx“ und der „Pfau“.

Xi'an: 5.000 Jahre Geschichte in einer Stadt

Nach einem Malworkshop in Dunhuang – ja, wir durften tatsächlich selbst Mogao-Motive auf Lehm nachmalen, und die Ergebnisse nach zweieinhalb Stunden waren erstaunlich respektabel – ging es per Flug nach Xi’an.

Xi’an, die Stadt des westlichen Friedens. 5.000 Jahre Kultur, 1.100 Jahre Kaiserstadt, heute dreizehn Millionen Einwohner. Hier standen wir vor der berühmten Terrakotta-Armee: 6.000 vermutete Figuren im Boden, rund 3.000 ausgegraben, 1.000 restauriert. Jeder Soldat ein Individuum, jedes Gesicht einzigartig. Generäle, Bogenschützen kniend und stehend, Streitwagen, Pferde. Es ist eines jener Weltwunder, vor denen man steht und einfach schweigt.

Die Große Wildganspagode, der Hua-Qing-Palast mit seinen heißen Quellen, das Kalligrafie-Museum in einem ehemaligen Konfuzius-Tempel, die gewaltige Stadtmauer aus der Ming-Dynastie – Xi’an allein wäre eine Reise wert. Und dann die Religionen und Philosophien, die sich hier über Jahrtausende kreuzten: Konfuzianismus, Daoismus, Buddhismus, sogar der Nestorianismus hat hier seine Spuren hinterlassen.

Mein Fazit nach zehn Tagen China

China hat mich überrascht. Nicht ein einziges Mal, sondern jeden Tag aufs Neue. Die Dimensionen sind anders – räumlich, zeitlich, kulturell. Was mich besonders beeindruckt hat: die Freundlichkeit der Menschen, die unglaubliche Tiefe der Geschichte und eine Esskultur, die alles übertrifft, was man sich als Europäer vorstellt.

Eines möchte ich Ihnen ans Herz legen: Bereiten Sie sich auf diese Reise gut vor. Tragen Sie Ihren Pass immer bei sich – ohne ihn gibt es keinen Einlass zu Sehenswürdigkeiten, selbst mit gültiger Eintrittskarte. Planen Sie bei internationalen Flügen mindestens drei Stunden für den Check-in ein. Und meiden Sie die chinesischen Ferientermine Anfang Mai, Anfang Oktober und das chinesische Neujahr, wenn Sie es ruhiger haben möchten.

Sie möchten selbst die Seidenstraße erleben?

Dann sprechen Sie mich an. Ich war dort, ich kenne die Route, die Unterkünfte, die kleinen Details, die den Unterschied machen. Gemeinsam planen wir eine Reise, die wirklich zu Ihnen passt.

Kommen Sie gerne auf einen Kaffee in unser Büro in Marchtrenk vorbei oder rufen Sie mich an. Ich freue mich auf Sie.
 
Ihr Klaus Wurmhöringer, Reisecenter Marchtrenk